Bordertown

(2006 , Gregory Nava; mit Jennifer Lopez, Antonio Banderas, Martin Sheen) Bordertown ist ein Film, der es gut meint. Er handelt von den leider recht realen Mädchenmorden, die seit Jahren in mexikanischen Grenzstädten an der Tagesordnung sind und über die viel zu wenig berichtet wird. Dieses Thema allein ist es, die den Film erträglich macht und ihm eine gewisse Daseinsberechtigung verleiht. Bordertown erzählt die Geschichte von Laura, eines dieser Mädchen, die in grenznahen Fabriken für Billiglöhne ausgebeutet werden und keinerlei Schutz auf ihren oft gefährlichen Arbeitswegen erfahren. Laura wird entführt, vergewaltigt und lebendig begraben – in dem Glauben, sie sei bereits tot. Sie kann sich befreien und zu ihrer Familie zurückkehren, doch der Polizei vertraut hier niemand. Die karrieregeile Journalistin Lauren (Jennifer Lopez), die von ihrem Chef für eine Reportage über die Mädchenmorde in dieser Gegend vor Ort geschickt wurde, bekommt Wind von der Sache und nimmt sich des Mädchens an. Unterstützung erfährt sie dabei von Diaz, einem ehemaligen Freund, der jetzt das hiesige Provinzblatt leitet – kein ungefährlicher Job in dieser Gegend.

Soweit, so gut. Die Geschichte bleibt weiterhin leidlich spannend und hinterlässt ein Gefühl der Bedrohung und Frustration beim Zuschauer, was ich angesichts ihrer Zielsetzung für absolut gelungen halte. Weniger gelungen ist Lopez’ Ganzkörpereinsatz: Sie spielt zwar überzeugend und gut (und ich bin sicher kein Fan von ihr!), aber sie ist im ganzen Film zu präsent und übermächtig. Böse Menschen könnten das nun darauf schieben, dass sie den Film mitproduziert hat, aber das wäre vielleicht zu kurz gegriffen.

Jedenfalls enthält der Film einige Rückblicke in Laurens Leben, die völlig überflüssigerweise in einer dramatischen Szene dann noch mal mit dem Holzhammer erklärt werden. Laurens detektivische Selbstversuche sind so doof, dass man nur bedingt mitfiebern kann und das Ende ist an Kitsch kaum zu überbieten. Wie gesagt: Das Problem ist nicht Jennifer Lopez selbst, sonder ZUVIEL Jennifer Lopez.

Fazit: Ein Film, der ein großes Thema aufgreift und diesem auch gerecht wird, der aber seinen Akzent zu sehr auf Lopez’ Rolle verschiebt. Schade drum, er bewegt einen aber dennoch!

 

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