28 Weeks Later

(2007; Juan Carlos Fresnadillo; mit Robert Carlyle, Jeremy Renner, Imogen Poots, Mackintosh Muggleton). Das Sequel zu Danny Boyles Überraschungserfolg “28 Days Later” von 2002 kommt stark daher: Mit Robert Carlyle und Jeremy Renner als Schauspielern und dem bereits für den Oscar nominierten Regisseur Fresnadillo hat er die besten Voraussetzungen, eine gleichwertige oder sogar bessere Fortsetzung zu sein – aber das ist wahrscheinlich reine Geschmackssache und das berühmte Jammern auf hohem Niveau.

Die Geschichte beginnt noch einmal da, wo auch die Vorgeschichte begann: mit dem Ausbruch der hochinfektiösen, durch Kontakt mit Speichel oder Blut übertragenen Krankheit, die die Menschen binnen weniger Sekunden in blutgierige Zombies verwandelt. Gut, sowas muss man mögen, aber wenn man das tut, dann ist der Film klasse gemacht und gewinnt der Situation noch etliche brisante Momente und interessante Wendungen ab.

Ausgangspunkt ist die Geschichte  einer Familie, die zu Beginn des Ausbruchs der Krankheit in einem Haus überfallen wird. Robert Carlyle spielt den Familienvater Don, der sich innerhalb weniger Sekunden zwischen Leben und Tod entscheiden muss – und dabei seine Frau Alice zurücklässt. Dann folgt ein Zeitsprung ins London 28 Wochen später: Die Zombies sind inzwischen zum Glück verhungert und die Amerikaner sind mit starker Militärpräsenz vor Ort. Sie haben eine sichere Zone inmitten von London errichtet, in der unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und den wachen Augen von Scharfschützen wieder Menschen angesiedelt werden.

Don konnte sich retten und hatte das Glück, dass seine Kinder bei Ausbruch der Krankheit im Ferienlager in Spanien waren. So kann er zumindest sie wieder gesund in seine Arme schließen und auf ein neues Leben hoffen – dass allerdings auf der Lüge basiert, er habe ihre Mutter sterben sehen. Mehr mag ich natürlich nicht verraten, ich bin ja kein Spielverderber.

Jedenfalls kommt der Film danach recht splatterig und kurzweilig daher, einige Szenen sind voll fast schon unerträglicher Spannung und das Ende völlig o.k. und passend. Damit ist der Film mehr als ein würdiger Nachfolger, mir persönlich hat er sogar besser gefallen, da ich zum einen jede Szene (jede!) mit Robert Carlyle genossen habe und man sich stärker mit den Charakteren identifizieren konnte als im ersten Teil. Auch die Kinder (Imogen Poots, Mackintosh Muggleton) spielen ihre Rollen einfach grandios. Der erste Teil hatte dagegen den Vorteil, dass die Grundidee noch unbekannt war und der Zuschauer gerade zu Beginn noch genauso wenig weiß, wie die Protagonisten. Vielleicht gibt es in 28 Weeks Later ein bisschen weniger Schockmomente, dafür mehr Blut und Eingeweide (wer’s mag…).

Fazit: Ein würdiger Nachfolger mit tollen Schauspielern, einer eigenständigen Geschichte und viel Spannung! Für Horrorfans unbedingt empfehlenswert!

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