Three Burials
(The Three Burials of Melquiades Estrada; Tommy Lee Jones; mit Tommy Lee Jones; Barry Pepper, January Jones)
Tommy Lee Jones wäre gerne Clint Eastwood. Daher gibt der kantige Darsteller ein ebenso kantiges Regiedebüt nach einem Drehbuch von Guillermo Arriaga, der bereits die Drehbücher zu „Babel“ und dem genialen „21 Gramm“ verfasst hat. Auch dieses Drehbuch (und der Film) haben Preise kassiert – und meiner Meinung nach damit doch ein wenig überschätzt wurden. Wobei der Film zugegebenermaßen auch nicht schlecht ist. Er ist nur leider auch nicht gut und dass es sich um ein Regiedebüt handelt merkt man an sämtlichen Ecken und Längen des Films…
Die Geschichte ist an sich ganz nett, zugleich einfach, traurig aber auch absurd: Der illegal eingewanderte Mexikaner Melquiades Estrada wird zwischen seinen Ziegen in der Nähe eines texanischen Grenzkaffes erschoßen aufgefunden. Die Polizei ist nicht besonders an der Aufklärung seines Todes interessiert, also klemmt sich sein Freund Pete dahinter. Die Frau des örtlichen Restaurantbetreibers, die neben Pete auch noch mit dem Sheriff ein Bettverhältnis hat, gibt Pete den entscheidenden Tipp und so entführt Pete kurzerhand den Verantwortlichen und lässt ihn den Toten wieder ausbuddeln, um ihn nach Hause zu seiner Familie zu bringen und dort zu beerdigen.
Nun hat auch der vermeintliche Mörder, der Grenzpolizist Mike, und seine Frau Lou Ann, die so gar nicht in diese tröge Gegend passt, natürlich eine eigene Geschichte und für mich war die Stärke des Filmes, die Darstellung einer Vielzahl an Charakteren, auch gleichzeitig die Schwäche des Films: Obwohl jeder ein Stück Aufmerksamkeit erhält, bekommt doch keiner genug und für mich blieben die meisten Personen daher sehr schemenhaft und oberflächlich. Auch wenn sich Drehbuch und Film bemühen, zufällige Wiederbegegnungen zu inszenieren und auch ein oder zwei unerwartete Wendungen einzubauen: berührt hat mich der Film in keinster Weise.
Einzig die Geschichte Lou Anns regt ein wenig zum Nachdenken an, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ihre Darstellerin January Jones für mich auch die meiste Ausstrahlung im Film hatte. Ansonsten war der Film zu bemüht und kalkuliert auf ungewöhnlich getrimmt – wenn auch einige nette absurde Szenen dabei sind, die sich aber meist um den zunehmend unschön anzuschauenden Leichnam von Melquiades drehen.
Fazit: Tommy Lee Jones ist nicht Clint Eastwood. Ein typisches Erstlingswerk und sollten darin große Botschaften versteckt sein, die mir entgangen sind, bitte in einen Umschlag stecken und zusenden! Man kann diesen Film ansehen, muss ihn aber nicht gesehen haben.
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