Invasion

(2007; Oliver Hirschbiegel; mit Nicole Kidman, Daniel Craig)

„Invasion“ ist das Remake eines Remakes eines Remakes (oder so) und erzählt die Geschichte außerirdischer Materie, die sich der Körper der Menschen bemächtigt und dabei deren Persönlichkeit auslöscht und in gefühllose Wesen verwandelt, die äußerlich vom  “Wirtskörper“ nicht zu unterscheiden sind. Sicherlich kennt jeder die eine oder andere Verfilmung dieses Stoffes, der alle paar Jahrzehnte neu aufgelegt wird. Nun ist es nichts Schlechtes, einen guten Stoff zu recyclen und ihm den Stempel der Aktualität aufzudrücken und so ist auch Invasion eine sehenswerte Adaption des Stoffes.  

Die Story ist rasch erzählt: Die Psychologin Caroll Benell (Nicole Kidman) ist allein erziehend und hat einen kleinen Sohn, für den der Vater gerade wieder ein Besuchsrecht erwirkt hat. Dumm nur, dass  just zu dieser Zeit der Vater, der für die Gesundheitsbehörde arbeitet, mit organischem Material in Berührung kommt, das bei einem Shuttleabsturz auf die Erde gelangte. Und so ist er einer der ersten, den es trifft, und der sich über Nacht in einen perfekten, da gefühllosen Menschen verwandelt. Da er an den Schalthebeln der Macht sitzt, sorgt er dafür, dass sich das Bakterium durch eine angeblich nötige massenhafte Grippeimpfung rasch ausbreitet.

Allmählich erkennt Carol die Veränderungen um sich herum und das ist für mich auch die interessanteste Phase des Films. Der Film gewinnt auch noch an Fahrt und Spannung, als die „anderen“ die Stadt schon unter Kontrolle haben und Carol nach ihrem Sohn suchen muss, aber das Ende fällt dagegen etwas ab. Man ahnt auch bereits, dass es eine Art Happy End geben wird und das nimmt dem Film vieles an möglicher Atmosphäre bereits vorab weg.

Für mich die bessere Verfilmung ist die düstere Interpretation „Die Körperfresser kommen“ von Philip Kaufman (1978; mit Donald Sutherland, Jeff Goldblum, Leonard Nimoy und Genevieve Bujold) – andere Quellen rühmen dagegen das Original von Don Siegel (1956). Zweifellos ist in „Invasion“ die wissenschaftliche Erklärung ausgefeilter, das Szenario wirkt realistischer und der Film ist technisch und schauspielerisch einwandfrei. Er wird durch seine Subthemen der heutigen Zeit gerecht (z.B. verschwinden unter den neuen „Machthabern“ Konflikte, Kriege und Terrorismus innerhalb weniger Tage von selbst) und hat daher seine absolute Berechtigung als Remake. Es gibt auch einige spannende und wenige Schockmomente, aber im Großen und Ganzen eher ein Film zum Entspannen als zum Nägelkauen.

Fazit: Nicht der ganz große Wurf, der einen nach tagelang beschäftigt, es sei denn, man kannte den Stoff bisher noch gar nicht. Trotzdem handwerklich und erzählerisch solide gemachtes Unterhaltungskino.

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