Shrooms
(2006; Paddy Breathnach) (Offizielle Seite zum Film)
Der Titel und das witzige Poster hatten mich seit Tagen angesprochen, aber da der Film so total unbekannt ist, rechnete ich mit dem Schlimmsten – und wurde angenehm überrascht! Die Story ist zwar rasch erzählt und scheint auf die übliche Tramper-verrecken-in-der-Wildnis-Story hinauszulaufen, bleibt aber dank einiger unvermuteter Wendungen und Details immer interessant.
Fünf amerikanische Studenten besuchen ihren irischen Komillitonen Jake in seinem Heimatland. Geplant ist diese Reise, die sie zunächst im alten Campingbus an einen einsam gelegenen See führt, vor allem als Trip – im wahrsten Sinne des Wortes - mit haluzinogenen Pilzen (= mushrooms).
Dummerweise isst Tara, die vor allem wegen Jake nach Irland gekommen ist, aus Versehen einen giftigen Pilz, was ihr fast das Leben kostet, ihr aber im Ausgleich dafür Visionen beschert, die offenbar die Zukunft zeigen. Zudem erzählt Jake abends am Lagerfeuer eine lokale Gruselstory, die von zwei mordenden Kreaturen in just diesem Wald handelt.
In ihren Visionen sieht Tara nun immer wieder die Ermordung der verschiedenen Freunde, was Tara natürlich zu verhindern sucht. Zunächst will ihr natürlich niemand glauben, auch nicht als der erste von ihnen verschwindet. So machen sich alle mit Pilzen zugedröhnt – außer Tara – auf die Suche nach dem Verschwundenen und stoßen dabei schließlich auf seine Leiche. Von da an ist keiner mehr sicher und am Ende werden definitiv nicht alle überlebt haben…
Was diesen Film nun von anderen Studenten-im-Wald-kriegen-was-sie-verdienen-Filmen angenehm unterscheidet, ist, dass er durchaus über einen eigenen Stil verfügt. Die Figuren sind nicht alle gleich sympathisch und es herrscht auch unter ihnen eine gewisse Spannung. Die Visionen und die Pilze tragen zur Verunsicherung des Zuschauers erfolgreich bei: Nicht immer ist dem Zuschauer völlig klar, ob es sich um eine Vision handelt oder ob das Gezeigte tatsächlich bereits passiert. Die Flüchtenden selbst sind durch den Konsum der Shrooms so beeinträchtigt, dass es auch ihnen schwer fällt, Realität und Rausch auseinander zu halten und sie auch nicht mehr so richtig fix in ihren Reaktionen sind.
Fazit: einige Szenen sind zwar vorhersehbar und für wirkliche Splatterfreunde ist der FSK-16-Film wohl eher Frühstücksfernsehen. Aber wer sich gepflegt gruseln möchte und auch Spaß hat, ein bisschen mitzudenken, wird sich von dem Film gut unterhalten fühlen und das Ende schätzen!
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